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Herzlich Willkommen!

Die vorliegende Webseite ist aus der Praxis des Gesprächs zwischen Christen und Muslimen entstanden. Sie möchte Antworten auf religiöse und theologische Fragen geben, die im christlich-muslimischen Dialog gestellt werden. Die Antworten erfolgen aus christlicher Perspektive in Kenntnis und mit Respekt vor dem islamischen Glauben.

 

In 15 Themenbereichen stellt die Website Informationen zu häufig gestellten Fragen zusammen. Ausgangspunkt und Grundlage für diese Informationen ist das Buch "Muslime fragen, Christen antworten". Zugleich gibt die Webseite auch die Möglichkeit, eigene und neue Fragen zu stellen, die persönlich beantwortet werden. Die Antworten werden wiederum in die Webseite eingearbeitet, so dass sich die Informationen im Dialog entwickeln.

 

Mittels des elektronischen Suchindexes können einzelne und zusammengesetzte Begriffe im Gesamt der Fragen und Antworten aufgefunden werden. Für Fragen, die sich auf die Auslegung von bestimmten Bibel- und Koranversen beziehen, dürfte sich das Register der zitierten Bibel- und Koranstellen als hilfreich erweisen. 

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN


Einführung

In unseren Tagen finden auch in Deutschland immer mehr Begegnungen zwischen Muslimen und Christen, zwischen Kirchen- und Moscheegemeinden statt. Gemeinsame Aufgaben in Erziehung und Fürsorge, Moscheebesuche (z. B. beim jährlichen Tag der Offenen Moschee) bzw. Kirchenbesuche, Gespräche in muslimisch-christlichen Gesellschaften, Vorträge und Diskussionen im Kontext der Lokalpolitik und darüber hinaus der thematische Austausch an Akademien und Stiftungen; all dies sind Gelegenheiten, bei denen sich Christen und Muslime gegenseitig nach ihrem Glauben und ihrer Glaubenspraxis befragen. Schon der erste Petrusbrief (3,15f) forderte die Christen auf: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt, aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen …“

 

Aber: Sind wir Christen wirklich bereit, einfühlsam, achtungsvoll und adäquat Rechenschaft über den eigenen Glauben zu geben? Verfügen wir über das nötige Hintergrundwissen, was die spezifische Glaubenssicht und religiöse Sensibilität der Muslime angeht?

 

Das vorliegende Buch wendet sich zunächst an Christen, möchte sie informieren und zu eigener Reflexion und Weiterbildung anregen. Es könnte eine erste Grundlage und Referenz für christliche Gruppen bieten, die die Anfragen der Muslime an ihren Glauben und ihr Leben aus dem Glauben genauer verstehen und sich bereit machen wollen, solche Fragen so ehrlich und einfühlsam zu beantworten wie möglich. Eines steht fest: Der Islam ist von seinem Wesen her eben immer auch eine „In-Frage-Stellung“ zentraler christlicher Glaubensaussagen. Das gehört für sie wesentlich zur Sendung, mit der jeder muslimische Gläubige sich beauftragt weiß. In der Sure „Die Bienen“ (16:125) fordert der Koran den Muslim auf, zum islamischen Glauben aufzurufen und gibt auch die Weise vor, in der ein entsprechendes Gespräch vonstatten gehen sollte: „Ruf zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen auf die beste Art. Dein Herr weiß besser, wer von seinem Weg abirrt, und Er weiß besser, wer die sind, die seiner Rechtleitung folgten.“

 

Vom Jahre 1974 an hatte sich eine Gruppe von Christen in Tunis in Nordafrika regelmäßig mit Professor Robert Caspar M.Afr. getroffen, um gemeinsam der Reihe nach Fragen nach Glaube und Praxis zu erörtern, die immer wieder von Muslimen an Christen gestellt worden waren. Diese Gruppenarbeit mündete in die Formulierung von 13 kleinen Kapiteln. Jedes vollzieht sich in vier Schritten: (I.) Formulierung der Fragen, wie sie Muslime zu einem der großen Themen stellen; (II.) die diesen Fragen zugrunde liegende muslimische Sicht, allgemein und mehr im Einzelnen; (III.) die christlich-theologische Sicht zu den Fragen und schließlich (IV.) Anregungen für die konkrete Formulierung von christlichen Antworten auf die muslimischen Fragen. Ein Bändchen mit den 13 Kapiteln erschien zunächst in Französisch und bald darauf in leicht überarbeiteter Form in Englisch, unter dem Titel: Trying to Answer Questions (Rom: Päpstliches Institut für Islamische und Arabische Studien [PISAI], 1989).

 

Bei meiner Rückkehr nach Deutschland im Jahre 1999, nach vielen Jahren des Erlebens und des Studiums der muslimischen Kulturen sowie der Arbeit mit Muslimen in verschiedenen Regionen der christlich-islamischen Welt, wurde mir sehr bald klar, dass bei einer Übertragung in den deutschsprachigen Raum eine gründliche Überarbeitung der Texte angesagt sei. Es gibt bisher keine vergleichbare Publikation in deutscher Sprache. Und doch intensivieren sich auch bei uns in Europa die Begegnungen von Christen und Muslimen täglich. So werden auch hier in Deutschland viele Christen mit den Fragen der Muslime und der Anfrage, die der Islam als solcher auch immer an den christlichen Glauben darstellt, konfrontiert.

 

An der Katholischen Akademie in Berlin traf sich von 1999–2002 für die Zeit von zwei Jahren fast monatlich ein Kreis interessierter katholischer und evangelischer Christen, die allesamt schon in Kontakt mit Muslimen lebten und von daher vital an der Thematik der Texte interessiert waren. Während wir die Grundstruktur der Texte bewusst beibehalten haben, wurde ein Kapitel, das sich mit Fragen über die Gegenwart von Christen in einem fast ausschließlich muslimischen Land wie Tunis befasst, in dieser deutschen Adaptation nicht berücksichtigt. Das gesamte Material wurde neu und kritisch gesichtet, modifiziert und zum Teil substantiell neu formuliert.

 

Es würde zu weit führen, die Namen all derer zu nennen, die an den Arbeiten des Kreises aktiv teilgenommen haben. Besondere Erwähnung verdient Herr Oberkirchenrat a. D. Dr. Ulrich Schröter, Berlin, der über die ganze Zeit intensiv an der Redaktion und theologischen Aufarbeitung wesentlich beteiligt war und vor allem auch unterscheidend evangelische Gesichtspunkte beigetragen hat. Professor Hans Waldenfels SJ, Düsseldorf, verdanke ich äußerst wertvolle kritische Bemerkungen und Vorschläge. Schließlich wurden die Texte dann noch einmal von meinem Kollegen an der Hochschule Sankt Georgen (Frankfurt) dem Dogmatiker Prof. Erhard Kunz SJ, durchgesehen und substantiell verbessert und in Teilen neu verfasst. Die Verantwortung für die letzte Fassung der Texte trage jedoch ich selbst. Allen hier genannten Gruppen und Personen sei an dieser Stelle von Herzen gedankt. Mögen die Texte dazu beitragen, das religiöse Gespräch zwischen muslimischen und christlichen Gläubigen zu versachlichen und zu bereichern, die gemeinsamen Grundlagen für ein Zusammenleben und -arbeiten in Solidarität und Frieden zu fördern und jeden Einzelnen von uns anregen, in der Suche nach dem Licht der je größeren Wahrheit treu zu verharren.

 

Christian W. Troll SJ


LATEST NEWS

Interreligious Audience: Address of his Holiness Pope Francis to representatives of different religions (at Clementine Hall, Vatican, 3 November 2016)


Dear Friends,

I offer you a warm welcome. I am pleased to meet you and I thank you for accepting this invitation to reflect together on the theme of mercy.

As you are well aware, we are approaching the end of the Holy Year, in which the Catholic Church has pondered the heart of the Christian message from the viewpoint of mercy. For us, mercy reveals the name of God; it is “the very foundation of the Church’s life” (Misericordiae Vultus, 10). It is also the key to understanding the mystery of man, of that humanity which, today too, is in great need of forgiveness and peace.

Yet the mystery of mercy is not to be celebrated in words alone, but above all by deeds, by a truly merciful way of life marked bydisinterested love, fraternal service and sincere sharing. The Church increasingly desires to adopt this way of life, also as part of her “duty to foster unity and charity” among all men and women (Nostra Aetate, 1). The religions are likewise called to this way of life, in order to be, particularly in our own day, messengers of peace and builders of communion, and to proclaim, in opposition to all those who sow conflict, division and intolerance, that ours is a time of fraternity. That is why it is important for us to seek occasions of encounter, an encounter which, while avoiding a superficial syncretism, “makes us more open to dialogue, the better to know and understand one another; eliminates every form of closed-mindedness and disrespect; and drives out every form of violence and discrimination” (Misericordiae Vultus, 23). This is pleasing to God and constitutes an urgent task, responding not only to today’s needs but above all to the summons to love which is the soul of all authentic religion.

The theme of mercy is familiar to many religious and cultural traditions, where compassion and nonviolence are essential elements pointing to the way of life; in the words of an ancient proverb: “death is hard and stiff; life is soft and supple” (Tao-Te-Ching, 76). To bow down with compassionate love before the weak and needy is part of the authentic spirit of religion, which rejects the temptation to resort to force, refuses to barter human lives and sees others as brothers and sisters, and never mere statistics. To draw near to all those living in situations that call for our concern, such as sickness, disability, poverty, injustice and the aftermath of conflicts and migrations: this is a summons rising from the heart of every genuine religious tradition. It is the echo of the divine voice heard in the conscience of every person, calling him or her to reject selfishness and to be open. Open to the Other above us, who knocks on the door of our heart, and open to the other at our side, who knocks at the door of our home, asking for attention and assistance.

The very word “mercy” is a summons to an open and compassionate heart. It comes from the Latin world misericordia, which evokes a heart –cor– sensitive to suffering, but especially to those who suffer, a heart that overcomes indifference because it shares in the sufferings of others. In the Semitic languages, like Arabic and Hebrew, the root RHM, which also expresses God’s mercy, has to do with a mother’s womb, the deepest source of human love, the feelings of a mother for the child to whom she will give birth.

In this regard, the prophet Isaiah conveys a magnificent message, which, on God’s part, is both a promise of love and a challenge: “Can a woman forget her nursing child, or show no compassion for the child of her womb? Even though she may forget, yet I will never forget you” (Is 49:15). All too often, sad to say, we forget, our hearts grow heedless and indifferent. We distance ourselves from God, our neighbour and even our historical memory, and we end up repeating, in even more cruel forms, the tragic errors of other times.

This is the drama of evil, of the grim depths to which our freedom can plunge when tempted by evil, ever-present, waiting to strike and bring us down. Yet precisely here, before the great riddle of evil that tests every religious experience, we find the most amazing aspect of merciful love. That love does not leave us prey to evil or to our own frailty; it does not “forget”, but “remembers”, and draws near to every human misery in order to relieve it. Like a mother. Whatever the evil done by her child, a mother always sees past the sin to recognize the face she bore in her womb.

In today’s ever more hectic and forgetful word, which leaves so many men and women behind as it races on, breathlessly and aimlessly, we need the oxygen of this gratuitous and life-giving love. We thirst for mercy and no technology can quench that thirst. We seek a love that endures beyond momentary pleasures, a safe harbour where we can end our restless wanderings, an infinite embrace that forgives and reconciles.

How important this is, when we consider today’s widespread fear that it is impossible to be forgiven, rehabilitated and redeemed from our weaknesses. For us Catholics, among the most meaningful rites of the Holy Year is that of walking with humility and trust through the door – the Holy Door – to find ourselves fully reconciled by the mercy of God, who forgives our trespasses. But this demands that we too forgive those who trespass against us (cf. Mt 6:12), the brothers and sisters who have offended us. We receive God’s forgiveness in order to share it with others. Forgiveness is surely the greatest gift we can give to others, because it is the most costly. Yet at the same time, it is what makes us most like God.

Mercy extends also to the world around us, to our common home, which we are called to protect and preserve from unbridled and rapacious consumption. Our commitment is needed for an education to sobriety and to respect, to a more simple and orderly way of life, in which the resources of creation are used with wisdom and moderation, with concern for humanity as a whole and coming generations, not simply the interests of our particular group and the benefits of the present moment. Today in particular, “the gravity of the ecological crisis demands that we all look to the common good, embarking on a path of dialogue which requires patience, self-discipline and generosity” (Laudato Si’, 201).

May this be the path we take. May we reject the aimless paths of disagreement and closed-mindedness. May it never happen again that the religions, because of the conduct of some of their followers, convey a distorted message, out of tune with that of mercy. Sadly, not a day passes that we do not hear of acts of violence, conflict, kidnapping, terrorist attacks, killings and destruction. It is horrible that at times, to justify such barbarism, the name of a religion or the name of God himself is invoked. May there be clear condemnation of these iniquitous attitudes that profane the name of God and sully the religious quest of mankind. May there instead be fostered everywhere the peaceful encounter of believers and genuine religious freedom. Here, our responsibility before God, humanity and the future is great; it calls for unremitting effort, without dissimulation. It is a call that challenges us, a path to be taken together, for the good of all, and with hope. May the religions be wombs of life, bearing the merciful love of God to a wounded and needy humanity; may they be doors of hope helping to penetrate the walls erected by pride and fear.

Thank you.

Kontakt

J. Prof. Dr. T. Specker,
Prof. Dr. Christian W. Troll,

Kolleg Sankt Georgen
Offenbacher Landstr. 224
D-60599 Frankfurt
Mail: fragen[ät]antwortenanmuslime.com

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